JAGUAR XF P300 SPORTBRAKE (2021)

Mit dem Facelift zieht im XF zwar Jaguars neues Infotainment ein, jedoch nicht der neue Sechszylinder-Diesel der Briten. Dann muss es eben der 300 PS starke Benziner richten.

„Wer einmal im ersten Stock gewohnt hat, der will nicht mehr zurück ins Erdgeschoss.“ Keine Angst, Sie sind hier nicht bei Schöner Wohnen gelandet. Viel mehr beschreibt Marketing- und PR-Direktor Christian Löer damit das Problem des XF – ein hausgemachtes, sozusagen. Denn vor allem der SUV F-Pace ringt der sportlich gehobenen Mittelklasse suggestive die Kundschaft ab.

So schnell tragen sie den Klassiker bei Jaguar aber noch lange nicht zu Grabe. Stattdessen wird nach sechs Jahren Dienstzeit verfeinert. Ein wenig Karosserie-Schminke rückt den XF optisch näher an den erfolgreicheren F-Pace heran. Leider bleibt es bei der Optik, denn anders als im SUV arbeiten nur noch Vierzylinder statt Sechs- oder Achtzylinder unter der Powerdome-Haube. Das ist tatsächlich ein großer Verlust für die Business-Limousine samt des Kombi Sportbrake, den wir heute fahren. Denn Sechszylinder gehören in dieser Klasse immer noch zum guten Ton – nicht nur der Akustik wegen. Zumal ja ein neu entwickelter 3,0-Liter-Selbstzünder in den Regalen läge. Doch bevor wir uns hier zu sehr im hätte, wäre, wenn verlieren, schnappen wir uns den Top-Benziner P300 AWD.

Tatsächlich ist der 2,0-Liter-Vierzylinder keine schlechte Alternative, auch weil Jaguar ihn stets mit der ZF-Achtgang-Automatik verheiratet. Wobei Traditionalisten nun auch noch den Verlust des Automatik-Wahlrades verkraften müssen. Alle anderen freuen sich jedoch über deutlich flottere Gangwechsel. Aber der Ton macht ja bekanntlich die Musik. Und den unterdrückten die Jaguar-Ingenieure gekonnt mit Gegenschall über das Meridian-Soundsystem. So bleibt es angenehm ruhig im XF, selbst, wenn der Benziner seine 300 PS und 400 Nm voll abruft. Bestenfalls sprintet der Allradkombi in 6,1 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Wobei die Zahlen souveräner aussehen, als sich der P300 tatsächlich bei Los- und vor allem Zwischenspurten anfühlt. Woran es liegt? Nun, zum einen gelingt es dem Twin-Scroll-Lader samt elektrohydraulisch verstellbaren Einlassventilen nicht so recht, das Turboloch zuzuschütten. Auch hilft hier – anders als beim Diesel – kein 48-Volt-Startergenerator aus.

weiterlesen

Diese Woche meistgelesen:

Resturlaub..

In den letzten Tagen war ich schreibfaul. Nicht, weil...

Volvo XC60 D5: Dauertest

In kriselnden Zeiten wie diesen ziehen sich die Menschen...

Peugeot 508 SW trifft auf Volvo V60

Zwei unterschiedliche Ideen zum Thema Benziner mit Batterie-Unterstützung: Volvo...

VOLVO XC60 NACHFOLGER

Die 3. Generation des Volvo-SUV XC60 wird rein elektrisch....

Neues Sicherheitssystem im Volvo EX90: Wenn der Fahrer nicht in Bestform ist

Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr reagiert Volvo Cars auf...

Where did you come from, Cotton-Eye Joe?

Tag 2 ist nun auch durch. Ich sitz im...

Tag 3 und 4… Smooth like Tennessee Whiskey

Gestern hab ich ausgelassen, in allen Richtungen. Aus Gründen. Der...

Zuletzt gepostet

Test Volvo XC60: Keine Experimente beim Mittelklasse-SUV

Der Volvo XC60 wurde für das Modelljahr 2026 überarbeitet,...

Volvo ES90: Leiser Riese kann alles, außer Gefühle

Volvo setzt sein schwedisch-kühles Crossover-Flaggschiff ES90 gegen die deutsche...

Volvo EX90: Komfortabler Elektro-Riese im Test

Größer, edler und rein elektrisch: Volvos großes Elektro-SUV EX90...

Volvo V60 im Deutschland?Check: Lohnt sich der Kombi 2026 noch?

Der Volvo V60 gilt als einer der letzten echten...

Sitzprobe im neuen Volvo EX60: Die elektrische Mitte

Der große Abschied vom Verbrenner war bei Volvo längst...

Gebrauchter XC60 – eine gute Option?

Ein Modell neu zu positionieren, gilt in der Automobilwirtschaft...

Volvo EX60 wins Reader Award at What Car? Awards 2026

The all-electric Volvo EX60 has been crowned the winner...

Kompakter Volvo EX30 ist „Elektroheld 2026”

Der Volvo EX30 ist einer der „Elektrohelden 2026“: Bei...
spot_img