Volvo XC40 – Schwedischer Teilzeit-Stromer

Vater Staat zeigt sich fast überall spendabel, wenn es um elektrifizierte Fahrzeuge geht. Nicht umsonst haben die Hersteller darauf reagiert, denn die nach wie vor teureren Stromer – egal, ob Plug-in, Hybrid oder rein elektrisch – werden so für die Otto-Normalverbraucher immer interessanter. Das gilt auch für den Volvo XC40 als Plug-in, der mit ein paar Extras knapp 60.000 Euro kostet.

59.954 Euro. So viel kostet der Volvo XC40 T4 Recharge R-Design, wenn er neben der soliden Basisausstattung auch noch mit induktivem Ladesystem fürs Smartphone, Winter-Paket Pro (Lenkradheizung, Sitzheizung vorne und hinten), Frontscheibenheizung und Xenium-Paket Pro (Einparkhilfe, Harman Kardon-Soundanlage, Panorama-Glasschiebedach, Parkkamera) ausgestattet ist.

Gut: Da kommen jetzt noch die staatlichen Förderungen weg – aber dennoch bleibt der Preis recht happig.

Das Argument Premium greift beim XC40 nämlich leider zu kurz. Das prinzipiell pfiffig gestaltete Cockpit ist eine Plastikwüste von bescheidener Qualität, da täuschen auch die Leder- und Chrom-Versatzstücke darüber hinweg, und die Serienmitgift ist überschaubar.

Die Platzverhältnisse im 4,425 Meter langen Schweden sind vorne zwar üppig, hinten jedoch ausbaufähig und mit 452 Liter Kofferraumvolumen bewegt sich der XC40 gerade einmal so im Mittelfeld.

Dass das SUV in der 1,8-Tonnen-Liga mitspielt, merkt man dem Wagen zudem an. Wieselflinkes und leichtfüßiges Kurvenwetzen ist seine Sache nicht, dürfte aber bei der angepeilten Kundschaft nicht an erster Stelle der Kaufentscheidung stehen. Eher komfort-orientiert setzt der Volvo XC40 T4 Recharge darüber hinaus Lenkbefehle etwas schwerfällig um. Große Lenkwinkel bedeuten zudem auf kurvigem Terrain viel Lenkradarbeit. Dafür reagiert die Siebengangautomatik flott und fast immer situationsgerecht. Top sind – wie bei Volvo üblich – die Bremsen.

Nach so viel Kritik. Was spricht dann für den wieder aufladbaren Schweden? Nun: Er ist, wenn er konsequent rein mit Strom betrieben wird – und da schafft er in der Praxis um die 40 Kilometer – ein sehr sparsamer Geselle.

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