Der Volvo C40: So reisetauglich wie ein Gran Turismo

Die skandinavische Atlantik-Küste misst mit allen Fjorden und Buchten 29.000 Kilometer. Und laut Google Maps dauert es von Stavanger bis ans Nordkap 38 Stunden – eigentlich wäre das genau die richtige Aufgabe für einen Diesel, der mit hohem Drehmoment und niedrigem Verbrauch die entsprechende Ausdauer mitbringt.

Doch weil in Norwegen die E-Mobilität schon viel weiter vorangeschritten ist als in Deutschland, fällt auch bei dieser Distanz die Wahl auf einen Stromer. Und zwar auf den neuen Volvo C40, mit dem die Schweden seit diesem Frühjahr bei uns zu Preisen ab 48.850 Euro etwa gegen den Mercedes EQA oder den Cupra Born antreten.

Der Weg ist das Ziel

Als Nordlicht passt der Volvo perfekt in diese Gegend, und dank seiner schmucken Coupé-Form kommt er auch an das Ideal vom Gran Turismo ziemlich nah heran. Diese Fahrzeuggattung ist vor allem dann gefragt, wenn der Weg das Ziel sein soll. Und wenn hinten niemand sitzen muss, beschwert sich auch niemand über die eingeschränkte Sicht und die reduzierte Kopffreiheit unter dem flach abfallenden Dach. Außerdem reichen dann auch die 431 Liter Ladevolumen im Kofferraum. Zumal der C40 als einer der wenigen in diesem Format auch einen Frunk bietet, der sich gerade auf solchen Touren als extrem praktisch erweist. Nicht nur, dass die Ladekabel immer greifbar sind. Nein, auch für die dreckigen Wanderstiefel gibt es so einen passenden Platz.

Angeboten wird der C40 in Deutschland wahlweise als „Single Motor” mit 170 kW/231 PS an der Vorderachse oder als „Twin-Motor” mit zwei mal 150 kW/204 PS. Wer in Norwegen unterwegs ist, entscheidet sich besser für die zweite Variante, die auch mit Allrad ausgestattet ist. Denn das hilft in einem Land, in dem man auch im Hochsommer noch an Gletschern vorbeifahren kann und längst nicht jede Landstraße asphaltiert ist. Und der Akku fällt mit seinen 78 kWh statt 69 kWh sicher nicht zu groß aus. Die über 400 PS dagegen wirken etwas übertrieben, wenn man höchstens 80 km/h fahren darf. Genau wie die üppigen 180 km/h Höchstgeschwindigkeit und die 4,7 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100. Doch die Unterforderung schadet dem Volvo nicht, im Gegenteil: Sie ist gut für die reale Reichweite, die sich schnell bei knapp 350 Kilometern einpendelt.

Spaß mit der stillen Reserve

Und die buchstäblich stille Reserve zahlt sich spätestens beim Überholen aus: Denn wenn die 660 Nm sofort zupacken, reicht auch die kürzeste Gerade, um am Vordermann vorbeizuziehen. Und weil es auf den Passstraßen serpentinenartig rauf oder runter geht, kommt trotz des strengen Tempolimits reichlich Fahrspaß auf. Außerdem hilft die Berg- und Talfahrt bei der Energie-Rückgewinnung: Der Volvo rekuperiert so stark, dass man selbst auf dem Weg runter zum Geiranger Fjord kaum die mechanische Bremse braucht. Unten angekommen, ist die Batterie deutlich voller als oben beim Losfahren.

Zumindest im elektrischen Musterland Norwegen, wo übrigens mehr als 90 Prozent des Stroms aus Wasserkraft gewonnen werden und E-Autos deshalb tatsächlich sauberer sind als Verbrenner, ist das laden auch auf dem Land kein Problem. Selbst in der kleinsten Ortschaft steht irgendwo eine Säule, und bisweilen haben die Netzanbieter sogar im nirgendwo einen Anschluss aufgestellt. Wenn es überhaupt ein Problem gibt, dann allenfalls in den Städten. Denn in Bodo oder Christiansund muss man die Lader bisweilen suchen, sie sind an wenig attraktiven Orten – und gern mal besetzt.

weiterlesen auf handelsblatt.com

Diese Woche meistgelesen:

JAGUAR F-PACE

Ein SUV und dennoch ein Jaguar, wie er sein...

Atemberaubend: Ford Mustang Mach 1 im Test

Der Ford Mustang Mach 1 ist eine Hommage an...

JAGUAR LAND ROVER NEUWAGENABSATZ ERHOLT SICH AUCH IM LETZTEN QUARTAL 2020 WEITER

Jaguar Land Rover hat das Kalenderjahr 2020 trotz der...

Polestar-Deutschland-Chef: „Wir wollen für einige Alles sein“

Die Volvo-Tochter Polestar liefert mit der Limousine Polestar 2...

Kia: Elektro-Limousine EV4 soll stark dem Konzept von 2023 ähneln

Kia hat Ende 2023 mit Studien einen Ausblick auf...

MANHART RV 650: VERGOLDETES RANGE ROVER EINZELSTÜCK

Seit vielen Jahren sind wir von MANHART Performance nicht...

Zuletzt gepostet

Augen für Gemini: Volvo Cars und Google heben Fahrerlebnis auf die nächste Stufe

„Hey Google, kann ich hier parken?”: Wer einen Volvo...

Volvo EX30 Cross Country

Der Volvo EX30 ist ein vollelektrisches Kompakt-SUV, das seit...

Volvo V60: Der vielseitige Premium-Kombi im Test

Der Volvo V60 überzeugt als sicherer und geräumiger Kombi...

Jaguar Type 01: Wir fahren das meistkritisierte Auto der Welt

In Gaydon scheint die Sonne. Und doch heißt das...

Erste Jaguar Prototypen-Fahrt

Der große Moment für Jaguar rückt näher: Die Enthüllung...

Jaguar Type 01: Name von elektrischem GT bekannt gegeben

Jaguar bereitet nach der Einstellung seines bisherigen Modellangebots einen...

Jaguars Elektro-GT Type 01 zeigt sich erstmals in Monaco

Jaguar hat den Namen seines neuen Elektro-GT bestätigt: Das...

Alles auf Null: Kann der Type 01 das Erbe von Jaguar retten?

Jaguar Type 01: Die radikale Häutung der britischen Raubkatze Manchmal...
spot_img