Range Rover Electric: Das Prinzip der Mühelosigkeit

Ende des Jahres wird es den Range Rover erstmals auch mit Batterieantrieb geben. Wir durften mit dem Elektro-SUV schon eine Runde drehen.

Nur keine Hektik. Sollen die anderen ruhig den Trends hinterher hecheln und Jagd auf die Zukunft machen. Ein Range Rover lässt sich nicht hetzen. Denn auch wenn die Mutter aller Luxus-Geländewagen in mittlerweile 55 Jahren reichlich Konkurrenz bekommen hat, wähnen sich die Briten weiter über den Dingen und leben wie es sich für den Adel gebührt in ihrer eigenen Zeit – egal ob im Schloss oder auf der Straße. Doch weil – wo sollten sie das besser wissen als im Vereinigten Königreich – auch die Monarchie nicht vom Wandel gefeit ist, flirten sie jetzt mit reichlich Verspätung ebenfalls mit der Elektromobilität und ersetzen beim Flaggschiff der Land Rover-Palette bald den Benzintank durch einen Batteriepack.

Zwar kommt der erste voll elektrische Land Rover erst zum Jahreswechsel auf den Markt. Doch weil Bentley, Rolls-Royce oder Aston Martin noch langsamer sind und ein BMW iX, ein Mercedes EQS SUV oder ein Audi Q8 e-tron nicht wirklich als Konkurrenten zählen, haben sich die Briten jetzt bei der Entwicklung schon mal über die Schulter schauen lassen.

Fast schon erschreckend dynamisch

Viel zu sehen gibt es dabei zwar nicht. Denn weil der Elektroantrieb neben Benziner, Diesel und Plug-in-Hybrid nur eine von vier Alternativen ist, nutzen sie die Plattform und die Karosserie weiter. Es sind nur ein paar aerodynamische Finessen, die den Unterschied machen. Und auch zu hören ist nichts, weil der elektrische Range gar vollends zum leisen Riesen wird und nun fast völlig geräuschlos durch die schwedische Winterlandschaft gleitet und so gar vollends zum Souverän wird.

Aber dafür ist umso mehr zu spüren – zumindest auf der Straße. Schließlich entwickeln die beiden E-Maschinen zusammen 405 kW oder 550 PS sowie 850 Nm Drehmoment und damit mehr Nachdruck als alle anderen Range Rover-Derivate diesseits des Sportmodells S.

Und man muss nur mal neben Entwicklungschef Thomas Müller auf Testfahrt gehen, dann kann man ein Lied von den Kräften singen, die den Koloss fast schon erschrecken dynamisch erscheinen lassen. Vor allem aber spürt man dabei die souveräne Mühelosigkeit, die dem Luxusliner zu eigen ist wie sonst allenfalls noch dem Rolls-Royce Spectre. Dumm nur, dass sich die Kollegen dort die Wortschöpfung „Waftability“ haben schützen lassen und die Range-Rover-Mannschaft sich deshalb mit „Effortlessnes“ begnügen muss.

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