Der geilste Job der Welt

„Wenn du einen Jaguar fährst, spürst du die Kraft und Dynamik, die in jedem Detail steckt….Es ist eine Erfahrung, die dich mit jedem Kilometer fasziniert.“ – Jay Leno, US-amerikanischer TV-Moderator und Auto-Enthusiast.

Jahrzehntelang war ich der Meinung, der coolste Job der Welt wäre es, in einem World Rallye Car am Beifahrersitz zu sitzen und dem Fahrer über Intercom mitzuteilen, wo es denn lang geht und vor allem wie.

Nun ja, die Zeiten ändern sich, man wird erwachsener und eventuell auch vernünftiger… Dennoch, das Benzin, oder mittlerweile der Strom, im Blut ist geblieben. Die Faszination für den Motorsport ist ungebrochen. Lediglich die Position hat sich geändert. Hab ich früher noch bei der Windschutzscheibe rausgesehen, schau ich nun in dieselbe, aus der Zuschauerzone, rein. Aber 27 Jahre Autoverkauf hinterlassen tiefe Spuren.

So hab ich damals, in meinen ersten Wochen, den Marktstart von Hyundai in Österreich begleitet. Die letzten, noch eckigen, Volvo V70 verkauft und bin nun über Umwege bei Jaguar gelandet (wo mich jetzt nix und niemand mehr wegbringt) und obwohl ich seit Ewigkeiten dabeibin hab ich es in all den Jahren nie geschafft, ein Autowerk zu besuchen. Bis gestern.

Vor etwa einem Monat überraschte mich Jaguar Österreich mit einer Einladung zu einer Exklusivtour in Graz. Das Werk, in welchem der Jaguar E-PACE und, mein allerliebstes Auto, der Jaguar I-PACE hergestellt werden.

Um 10 gings los. Der gute Herr Gratzl hat allerdings mal wieder das Einladungsmail nur zur Hälfte gelesen und stand zwar pünktlich da, allerdings bei der falschen Tür. 3 Kilometer Umweg später wars dann aber wirklich soweit. (Notiz an mich: Emails künftig wirklich bis zur Grußformel lesen)

Safety first wird nicht nur im Jaguar groß geschrieben, auch bei der Produktion wird Augenmerk darauf gelegt, dass sich niemand verletzt und so gabs vor der Führung mal schicke Sicherheitsschuhe. Rupert verstand es geschickt, den Spannungsbogen möglichst weit auszureizen und so gingen wir mal aussen der Halle entlang mit dem Hinweis: „Dort drinnen ist die Jaguar Halle“

„Ja ich weiss, lassts mich endlich rein!“

Endlich vor dem „Himmelstor“ angekommen gabs nochmal ne Begrüssung, Vorstellung… „Halloooo ich will was sehen!“

Dann war ich drinnen. Dort wo „the magic happens“. An dem Ort, wo der Herzschlag eines jeden Jaguar E-PACE und I-PACE zum Leben erweckt wird. Herzschlag klingt melodramatisch, ist es aber nicht. Jeder Jaguar-Fahrer kennt die Startsequenz beim drücken des „Start“-Buttons und weiß, dass das Blinken der LEDs dem Herzschlag eines Jaguars simuliert.

 

 

Und dann stand er vor mir. Der facegeliftete Jaguar i-PACE Modelljahr 24. Das erste Mal, konnte ich die Änderungen live sehen und darf sagen, der I-PACE hat nichts von seiner Eleganz verloren. Ganz und garnicht.

„Jaguar steht für zeitlose Eleganz und außergewöhnliches Design. Es ist die perfekte Kombination aus Luxus und Leistung.“ – Ian Callum, ehemaliger Designchef von Jaguar.

Die Modifikationen lassen ihn erwachsener erscheinen. Der neue I-PACE wirkt eine Spur eleganter ohne etwas von seiner Dynamik zu verlieren und die neue Farbe „Carpathian Grey“ steht ihm ausserordentlich gut.

Ich bekam dann die Gelegenheit, sämtliche Abschnitte der Produktion anzusehen. Vom Verlegen der Kabelstränge (die haben das in ganzen 3 Minuten hinbekommen), über den Einbau der Scheiben und des Cockpits bis hin zur „Hochzeit“ bei welcher die Karosserie mit Motor und Antriebsstrang „verbunden“ wird. Überall war ich live dabei.

Ich durfte zusehen, wie die Spaltmasse korrigiert wurden (was ja nicht bei allen Fahrzeugmarken der Fall ist 😛 ) und war dabei, wie die Software ins Auto gespielt wurde und dann war das „Ding“ schon fertig und jetzt kamen wir zum geilsten Job der Welt.

„Ein Jaguar ist ein Automobil, das EINE Seele hat, ein wahrer Lebemann mit Geschwindigkeit im Blut.“ – Walter Rohrl, deutscher Rennfahrer.

Es war kurz vor der Mittagspause. Ein E-PACE in Silicon Silver stand da. Fertig für die Qualitätskontrolle und zur Abholung bereit.

Unter Fanfarenklängen wurde ein roter Teppich ausgerollt. Ein Gesandter des Hofstaates betrat die Bühne, öffnete die Tür und nahm im Inneren des Jaguars Platz. Ein zweiter Gesandter eilte aus dem Hintergrund heran und brachte, auf einem roten Samtkissen, die Fahrzeugschlüssel welche im Licht der Neonlampe hell glitzerten.

Mit weissen Handschuhen nahm der Gesandte die Schlüssel. Die Fanfaren verstummten und über die Lautsprecher des Jaguars hörte man erst leise dann immer lauter werdend „Also sprach Zarathustra“ von Strauss…


 

Gebannt blickten alle auf den E-PACE in freudiger Erwartung, ob sich all die Mühen, all die Arbeit, der Schweiss gelohnt haben…. Die Musik verstummte und gespannte Stille erfüllte die Halle.

Ein kurzer Tritt auf das Bremspedal, ein Druck auf den Startbutton und da: der Motor läuft!

Unter tosendem Applaus fährt der Jaguar in die Qualitätskontrolle wo er für den künftigen Besitzer, egal wo auf der Welt, gereinigt und verpackt wird.

„Ein Jaguar ist nicht nur ein Auto, sondern eine Leidenschaft. Es ist ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer, das dich mit jedem Moment, den du hinter dem Lenkrad verbringst, erfüllt.“ – Sir Stirling Moss, britischer Rennfahrer.

Gut, ganz so melodramatisch wars nicht aber irgendwie hab ich mir in dem Moment eine klitzekleine Träne verkneifen müssen. (Meine Schwester wird jetzt lachen, sie kennt meine emotionalen Ausbrüche bei „Das letzte Einhorn“)

Tja und in ebendiesem Moment dachte ich mir, das muss echt der geilste Job sein wenn du mit jedem Jaguar E-PACE bzw I-PACE der Welt die ersten Meter überhaupt fährst.

Meine Herzallerliebste würd mir vermutlich einen Maulkorb verpassen weil ich bei jedem Jaguar auf der Strasse „mit dem bin ich schon gefahren“ sagen würde.

Ja ich weiss, ich bin sentimental und in dieser Sentimentalität hab ich es mir nicht nehmen lassen, den Asphalt zu betreten, auf dem jeder Jaguar die Halle verlässt. Aber ich hab eh gschaut, dass mich dabei keiner sieht. Somit wars wohl nicht allzu peinlich. Blöd nur, dass ich die Schuhe dann wieder zurückgeben musste. Daran hab ich nicht gedacht.

„Wenn ich einen Jaguar fahre, fühle ich mich wie ein Teil des Autos. Ein Jaguar ist nicht nur ein Transportmittel, sondern ein Statement.“ – Jeremy Clarkson, britischer TV-Moderator und Automobiljournalist.

Zusammengefasst kann ich sagen: Die Grazer wissen, wie man Autos baut. Ich bin echt geflasht wie reibungslos das alles funktioniert. Wie die einzelnen Zahnräder ineinander greifen. Ausserdem hat der gestrige Besuch meine Meinung über Fließbandarbeit komplett gedreht. Ich kenn das ja nur von damals, als ich in den Ferien Essiggurken am Band eingelegt hab. Das hier ist defintiv 100 und 1.

Danke für diese tolle Arbeit und dafür, dass meine Kollegen und ich dadurch die Möglichkeit bekommen, dermassen geile Autos unseren Kunden ausliefern zu können.

Und danke an Jaguar Österreich und an meine Chefs für diese einmalige Gelegenheit!

Jaguar Land Rover Österreich hat mir diesen Wunsch nun erfüllt. Danke Rupert.

 

 

 

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