Mit nur einem Motor und ohne Allrad fragen wir uns beim Volvo XC40 Recharge: Ist weniger hier mehr, oder fehlt dem Schweden etwas Wesentliches? Der Test!
Ist das nun ein Makel? Ein SUV mit Frontantrieb? Oder einfach viel schlauer, weil sich die Hochbeiner im Regelfall ja doch nur durch den Asphalt-Dschungel wühlen müssen? Immerhin spart das Weglassen nicht nur Geld, sondern zum Beispiel auch Gewicht und reduziert so den Verbrauch. Ob diese Rechnung beim XC40 Recharge Single Motor wirklich aufgeht, schauen wir uns jetzt an.
7000 Euro teure Ausstattungslinie „Pro“
Bereits im Stand vermittelt der stämmige Schwede einen sehr soliden Eindruck. Bei 1,86 Meter Breite und 1,65 Meter Höhe muss man schon wissen, dass es sich hier um Volvos kleines SUV handelt. Wird eine der großen Türen über die klassischen Bügelgriffe aufgerissen und sofort wieder zugeschmettert, erklingt ein sattes Plopp – so stellt man sich das bei einem Volvo vor.
Unser Testwagen in Fusion Red Metallic (plus 750 Euro) besitzt die bislang höchste, 7000 Euro teure Ausstattungslinie „Pro“. Wer jetzt in den Konfigurator schaut, findet als Top-Linie „Ultimate“ statt „Pro“, nochmals 750 Euro teurer, aber dafür mit Pixel-LED-Scheinwerfern inklusive adaptivem Fernlicht. Viel mehr hat sich bei der Mini-Überarbeitung zum Modelljahrwechsel nicht getan.
Innen geht es edel zu. Und vegan! Im Sinn der Nachhaltigkeit verzichtet Volvo bei der Gestaltung des Interieurs auf tierische Produkte. Daumen hoch, zumal die 950 Euro teure Ledernachbildung dem hochwertigen Eindruck keinen Abbruch tut. Im Gegenteil: Im höchsten Ornat ist der XC40 Recharge ein ziemlich edler Schwede. Dazu lässt sich dem Stromer nicht nachsagen, dass er nachlässig verarbeitet wurde. Haptik, Fugenbild und die optische Anmutung wirken sauber und stimmig.
Im Alltag realistisch sind gute 200 km Reichweite
Als nicht ganz so stimmig erweist sich der angegebene WLTP-Verbrauch. Bei aktuell winterlichen Temperaturen (Test: Januar 2022) lag der Strombedarf des Zweitonners im Test deutlich höher. Die von Volvo versprochene Reichweite von über 400 Kilometern dürfte man derzeit nur im Windschatten eines Lkw erreichen. Im Alltag realistisch sind gute 200 Kilometer. Das bedeutet auf Langstrecken, dass man mit dem Recharge nach 120 bis 150 Kilometern eine Schnellladestation anfahren wird – Recharge, der Name ist hier also wirklich Programm. Immerhin dauern die Stopps nicht zu lange.
