Lambeau Field: Als das Stadion der Green Bay Packers im Herbst meine zweite Heimat wurde

Lambeau Field: Als das Stadion der Green Bay Packers im Herbst meine zweite Heimat wurde
Das Stadion der Green Bay Packers war eine Zeit lang im Herbst meine absolute zweite Heimat. Es gab eine Phase in meinem Leben, da war ich wirklich fanatischer American-Football-Fan – jedes Jahr zwischen September und November zog es mich für ein bis zwei Wochen in den Mittleren Westen, um Land und Leute zu geniessen und als unbestrittenes Highlight ein oder zwei Spiele der Packers live mitzuerleben.

Fankultur der Extraklasse: Tailgating und Freundschaften fürs Leben

Ich habe auf meinen USA-Reisen so einige Stadien von innen gesehen und vor allem die amerikanische Fankultur lieben gelernt. Europäische Spezialitäten wie sterile „Auswärtsfansektoren“ sucht man dort vergebens. Pöbeleien oder gar Schlägereien? Fehlanzeige! Und speziell Green Bay versprüht hier einen ganz eigenen, unnachahmlichen Flair.

Bereits Stunden vor dem Kickoff wird auf den riesigen Parkplätzen das legendäre Tailgating zelebriert. Da wird gemeinsam gefeiert, gesungen, getanzt, gegessen und getrunken. Livebands spielen, gefühlt jeder zweite hat einen vollwertigen Grill vor seinem Pickup-Truck aufgebaut – und wenn es ganz gut läuft, schliesst man dabei Freundschaften fürs Leben. So trafen wir damals Jill, Heidi und Tim, die uns von da an jährlich begleiteten, uns urige Bars zeigten, die wir selbst nie gefunden hätten, und uns sogar ihre Gästezimmer anboten, damit wir den überteuerten Motel-Preisen an Spielwochenenden entkommen konnten. Von den legendären Garagen-Parties nach dem Spiel ganz zu schweigen, aber ich schweife ab…

Kultstätte mit saftigen Ticketpreisen und Käse ohne Ende

Lambeau Field ist übrigens das Stadion schlechthin, das seit Jahrzehnten komplett mit Dauerkarten ausverkauft ist. An reguläre Tickets zu kommen ist zwar über Ticketbüros machbar, aber im Vergleich zu anderen Teams schon ordentlich geschmalzen! Ich glaube, das teuerste Ticket war damals der Sunday Night Opener gegen die Chicago Bears, wo eine Karte knapp 400 Dollar kostete. Wohlgemerkt: nicht mal in der ersten Reihe.

Aber ein Packers-Spiel muss man im Leben definitiv gesehen haben! Da hält es niemanden auf den Sitzen. Da sitzen Grosseltern mit ihren Enkeln auf den Bänken und schwelgen in Erinnerungen an die Zeiten, als Bart Starr noch als Quarterback auf dem Feld stand. Das Bier fliesst in Strömen, an jeder Ecke gibt es herrlich ungesundes und deshalb absolut genial schmeckendes Essen – und natürlich ist alles mit reichlich Cheddar getoppt. Man ist schliesslich in Wisconsin, der Cheesehead-Nation!

Egal ob die Packers gewinnen oder verlieren: Auch im Anschluss an das Spiel wird in den Bars rund um das Stadion weitergefeiert. Und wenn man etwas Glück hat – oder genau weiss, in welche Kneipe man abbiegen muss –, läuft einem sogar der ein oder andere Spieler über den Weg. Kurzum: Irgendwann werde ich ganz sicher wieder ein Spiel in Green Bay geniessen. Eine absolute Top-Empfehlung, an der so viele unvergessliche Erinnerungen hängen, die ich niemals missen möchte!

Ein echtes Football-Mekka für jeden Sportfan!

 

 

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