Mit dem EV4 lanciert Kia so etwas wie den elektrischen Ceed

Die Ausgangslage war ästhetisch eine harte Nuss. Am Ergebnis sieht man: Der Mensch, in dem Fall der Designer, wächst mit seinen Aufgaben. Aber zunächst einmal ganz taufrisch die Fahreindrücke vom EV4, der ab Oktober die rein elektrische Palette von Kia bereichert.

Einfach einsteigen und losfahren, wie inzwischen so häufig zu beobachten, ist nicht: Erst will immer noch der Startknopf gedrückt sein. Man verliert aber insofern keine Zeit, als auch bei den Allzeitbereitzumlosfahren-Typen erst einmal die ungebetensten Helferlein wie Spurhalter und Geschwindigkeitsüberwacher weggeschaltet werden wollen.

Dann noch rasch die physischen Temperaturregler den individuellen Wünschen anpassen, Getriebe-Schaltelement nach vorn drehen, los geht’s. Was am Arbeitsplatz gleich auffällt, ist der Umstand, dass man ein paar Zentimeter tiefer sitzt als etwa im technisch und inhaltlich vergleichbaren EV3.

Der Bildschirm vorne mit 12,3/5,3/12,3 Zoll steht kerzengerade, überhaupt betont das schlichte, buchstäblich geradlinige Interieur-Design die Horizontale. Da kommt viel Rezyklat zur Anwendung, in tieferen Gefilden auch Hartplastik, aber irgendwie kriegen die Koreaner es hin, das alles freundlich, einladend wirken zu lassen.

Was weiter auffällt: wie sauber sich der Wagen lenkt – und, alle Achtung, wie geschmeidig er abrollt. Ein Fahrwerk, gekonnt auf Komfort ausgelegt und nur ein wenig widerborstig bei kurzen Stößen.

Auf Augenhöhe

In beiden Kapiteln, Lenkung und Fahrwerk, hatte Kia vor zwei Generationen noch erkennbare Defizite gegenüber den Europäern, den Deutschen zumal – längst kein Thema mehr, das ist eine Begegnung auf hoher Augenhöhe sozusagen. Einzig wäre zu erwähnen, aber nur als Faktum, nicht Kritikpunkt, dass die Lenkung eher indirekt ausgelegt ist und folglich relativ viel Lenkbewegung erforderlich ist.

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