Volvo EX40 erhält ein umfangreiches Facelift
Volvo frischt den EX40 zum Modelljahr 2027.5 sichtbar auf, ohne das bewährte technische Grundkonzept komplett umzubauen. Das kompakte Elektro-SUV erhält eine modernere Front, serienmäßige Matrix-LED-Scheinwerfer und einen deutlich vergrößerten Touchscreen.
Bei den Antrieben und Batterien bleibt es grundsätzlich beim bekannten Angebot. Neu sind jedoch die eingeführten P-Bezeichnungen, während Volvo gleichzeitig die Modellpalette in Deutschland strafft. Der coupéartige EC40 und die bislang angebotene Allradversion mit 300 kW verschwinden ersatzlos aus dem Programm.
Neue Scheinwerfer und dezente Änderungen am Heck
Der EX40 bleibt 4,44 Meter lang, 1,86 Meter breit und 1,65 Meter hoch. Damit bewegt er sich in einer ähnlichen Größenklasse wie der Hyundai Kona, während der BMW X1 beziehungsweise iX1 mit 4,50 Metern etwas länger ausfällt.
Die Front erhält neu gezeichnete Scheinwerfer, behält aber die markentypische Lichtsignatur bei. Besonders relevant für den Alltag ist das nun serienmäßige Matrix-LED-Licht, das einzelne Bereiche des Fernlichts gezielt ausblenden kann. So bleibt die Fahrbahn möglichst hell ausgeleuchtet, ohne vorausfahrende oder entgegenkommende Verkehrsteilnehmer unnötig zu blenden.
Außerdem wurde the vordere Stoßfänger geglättet. Am Heck fallen filigranere Rückleuchten, neue Kanten an der Heckklappe und dezenter integrierte Rückstrahler auf. Je nach Ausstattung stehen 19-Zoll- oder 20-Zoll-Felgen zur Wahl.
11,2-Zoll-Touchscreen und Google Gemini
Im Innenraum ersetzt ein vertikal ausgerichteter 11,2-Zoll-Touchscreen das bisherige 9-Zoll-Display. Das 12,3-Zoll-Instrumentendisplay hinter dem Lenkrad bleibt erhalten und kann unter anderem die Navigation inklusive Google Maps darstellen.
Das Infotainmentsystem erhält außerdem Google Gemini. Die KI soll natürlich formulierte Fragen und komplexere Sprachbefehle besser verstehen als ein klassischer Sprachassistent. Das kann während der Fahrt Ablenkung reduzieren, sofern wichtige Funktionen tatsächlich zuverlässig per Sprache erreichbar sind.
Der Kofferraum fasst weiterhin 410 bis 1.295 Liter. Unter der Fronthaube sitzt zusätzlich ein 31 Liter großer Frunk, der sich beispielsweise für Ladekabel eignet.
Drei Antriebe mit bis zu 325 kW
Volvo führt beim EX40 wieder die P-Nomenklatur ein. Aus dem bisherigen Single Motor wird damit der P5 electric, die stärkste Version heißt P8 Performance AWD electric. Die Batteriekapazitäten und Ladeleistungen bleiben unverändert.
| Variante | P5 electric | P5 Long Range electric | P8 Performance AWD electric |
|---|---|---|---|
| Antrieb | Heckantrieb | Heckantrieb | Allradantrieb |
| Leistung | 175 kW | 185 kW | 325 kW |
| Drehmoment | 420 Nm | 420 Nm | 670 Nm |
| 0 auf 100 km/h | 7,3 Sekunden | 7,3 Sekunden | 4,6 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h | 180 km/h | 180 km/h |
| Batterie netto | 67 kWh | 79 kWh | 79 kWh |
| WLTP-Reichweite | 435 bis 477 km | 520 bis 576 km | 485 bis 538 km |
| DC-Ladeleistung | 180 kW | 205 kW | 205 kW |
| 10 bis 80 % | 26 Minuten | 28 Minuten | 28 Minuten |
| Anhängelast | 1.500 kg | 1.500 kg | 1.800 kg |
Die Hecktriebler setzen auf einen Permanentmagnet-Synchronmotor. Beim P8 ergänzt Volvo diesen um eine Asynchronmaschine an der Vorderachse, die sich bei geringer Leistungsanforderung stromlos schalten lässt. Das reduziert Verluste im Alltagsbetrieb, während bei Bedarf alle vier Räder angetrieben werden.
Die Rekuperation bietet neben One-Pedal-Driving und freiem Rollen auch einen adaptiven Modus. Die Auswahl erfolgt allerdings weiterhin über den Touchscreen und nicht über Schaltwippen am Lenkrad.
Laden bleibt auf gutem 400-Volt-Niveau
Mit Wechselstrom lädt jede Version dreiphasig mit bis zu 11 kW. Am Schnelllader erreicht der kleine Akku maximal 180 kW, die 79-kWh-Batterie kommt auf bis zu 205 kW. Für eine 400-Volt-Plattform sind das ordentliche Werte, auch wenn moderne 800-Volt-Fahrzeuge bei idealen Bedingungen noch schneller nachladen können.
Der große Akku benötigt laut Hersteller 28 Minuten von 10 auf 80 %. Plug & Charge wird unterstützt, wodurch kompatible Ladesäulen das Fahrzeug automatisch erkennen und den Ladevorgang abrechnen können. Bidirektionales Laden und V2L sind beim EX40 weiterhin nicht vorgesehen.
Wer die Unterschiede der Spannungssysteme genauer einordnen möchte, findet sie in unserem Vergleich 800 Volt gegen 400 Volt. Entscheidend ist dabei nicht allein die maximale Spitzenleistung, sondern vor allem eine stabile Ladekurve.
Volvo EX40 startet weiterhin bei 47.490 Euro
Der Einstiegspreis bleibt bei 47.490 Euro. Der P5 Long Range kostet ab 53.090 Euro, während der 325 kW starke P8 Performance AWD mindestens 60.590 Euro kostet. Je nach Antrieb sind die Ausstattungslinien Essential, Core, Plus, Black Edition und Ultra verfügbar.
Bereits Essential umfasst unter anderem 19-Zoll-Felgen, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Rückfahrkamera, adaptive Geschwindigkeitsregelung, Spurhalteassistent und Totwinkelwarner. Core ergänzt wichtige Komfortmerkmale wie Sitzheizung, Lenkradheizung, Wärmepumpe, induktives Smartphone-Laden und eine sensorgesteuerte Heckklappe.
Solides Update statt technischer Neustart
Das Facelift bringt dem Volvo EX40 genau an den sichtbaren und täglich genutzten Stellen Fortschritte. Matrix-LED-Licht, der größere Bildschirm und die modernisierte Sprachsteuerung halten das seit 2020 angebotene Modell konkurrenzfähig.
Bei Reichweite und Ladeleistung bleibt der EX40 dagegen auf bekanntem Niveau. Mit maximal 576 km WLTP, 205 kW Ladeleistung und bis zu 1.800 kg Anhängelast bietet er weiterhin ein ausgewogenes Paket im Premiumsegment.
Den Originalartikel und weitere Details finden Sie direkt bei ElektroQuatsch (Autor: Constantin Benedict Hoffmann).
