Test: Kia EV6

Mit hohen Reichweiten und niedrigen Ladezeiten zeigt der überarbeitete EV6 einmal mehr, dass Kia exzellente E-Autos baut. Auch die große Beinfreiheit für die ganze Familie und das visuelle Spektakel heben den Koreaner vom Mainstream ab.

Um wen geht es?

Kia baut sehr gute E-Autos, und das schon ziemlich lange. Die Koreaner haben die neue Antriebstechnik früh ernst genommen und vorangetrieben, heute gehören sie zum Elektro-Fachhandel unter den Mainstream-Marken. Die Kia-Kompetenz manifestiert sich zum Beispiel in der Ende 2021 mit dem EV6 (und dem Hyundai-Schwestermodell Ioniq 5) eingeführten E-GMP-Plattform: Deren 800-Volt-Ladearchitektur ist ein Premiumfeature, bei dem die Premiummarken oft passen müssen – denn BMW setzt die Technik noch gar nicht ein, Audi nur in großen Modellen und Mercedes zum ersten Mal ab Herbst im CLA. Der EV6 macht indes schon den nächsten Schritt und bekommt beim Halbzeit-Update von 2025 eine höhere Batteriekapazität und eine verbesserte Batteriesteuerung, aber auch Designänderungen und neue Ausstattungsfeatures.

Wie schaut er aus?

Der EV6 ist ein knapp 4,70 Meter langes Mittelklasse-Crossover-Konzept für Individualisten, die ein bisschen Spektakel ganz gut finden. Je nach Charakter und Geschmack wird man den Look spannend, befreiend (von der SUV-Konformität) oder seltsam finden. Neu ist die vordere Lichtsignatur, die einen mutigen Zickzack-Kurs fährt. Die Lichtshow am Heck wurde nach unten hin etwas verkürzt, bleibt aber ein dominantes Element. Zu den sehenswerten Details zählen auch die bullige Motorhaube, die im hinteren Bereich hinauf schwenkende Gürtellinie, der flügelartige Dachspoiler und der mit der Lichtleiste verschmolzene Heckspoiler.

Wie sind die Platzverhältnisse?

Kia nutzt die Raumvorteile der Elektro-Plattform effektiv und schafft viel Platz für die Passagiere. Beifahrersitz und Rückbank bieten enorme Beinfreiheit, was auf langen Strecken einen wesentlichen Komfortunterschied bedeutet. Auch wenn die Sitzhöhe hinten ein wenig größer sein könnte, fahren im EV6 letztlich alle Business Class – wahre Sozialdemokratie. Das Kofferraumvolumen von 490 bis 1.290 Litern ist nicht schlecht, für die Größenklasse aber auch nicht riesig. Ein solides Familienauto ist der EV6 trotzdem: Die Rückbank kann im Verhältnis 60:40 geteilt umgeklappt werden und hat eine Ski-Durchreiche, der durch die Erweiterung entstehende Ladeboden ist nahezu eben. Vorne gibt es noch 20 bis 52 Liter Extra-Stauraum. Der Kofferraumboden hat vier Verzurrösen zum Einspannen eines Netzes, unterhalb kann die Kofferraumabdeckung verstaut werden.

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