Kia EV3 – von wegen „nur halb so spannend“

Ein SUV in Golf-Größe und damit Kias bisher kleinster auf reiner Elektroplattform, doch mit 400 statt mit bislang 800 Volt: Der EV3 fährt vor, und er fährt sich gut

Es ist über 20 Jahre her, da tauchte in den USA ein neuer Fahrzeugtyp auf, jener der rollenden Schuhschachteln. Wie so oft waren die Japaner Impulsgeber, mit dem xB der Toyota-Tochter Scion und Vergleichbarem von Honda etwa. Kia beschickte die Mode 2008 mit dem Soul. Damals war das eine jugendliche(re) Form des Vans – sie kehrt heute wieder als SUV und bei Kia im Großformat mit dem 2023 lancierten EV9. Doch schon wird das Maß menschlicher, europäischer, der EV3 ist startbereit, und wenn der E-Soul vor zehn Jahren eine Antriebsspielart neben der verbrennungsmotorischen war, dann macht der 3er keine halben Sachen mehr und baut auf rein elektrischer Plattform auf.

Mit 4,31 Metern toppt er den bei uns gefloppten letzten E-Soul um 17 Zentimeter, die sympathisch markant gestylte Schachtel wird den Koreanern deutlich mehr Bonuspunkte bringen, zum Anlauf rechnet Kia für Europa mit einem Jahresabsatz von 50.000 EV3, dann gleich zügig hoch auf 100.000 und mehr.

Und damit zu den ersten Impressionen. Zu dritt teilen wir uns ein Auto, das Reisegepäck geht sich locker zum Verstauen aus: 460 bis 1251 Liter Kofferraum, anständig für ein E-Mobil dieses Formats. Dann finden sich innen reichlich lebenserleichternde Ideen wie das ausziehbare „Jausenbrett“ in der Mittelkonsole, als Auflage für Tablets und Co gedacht. Die „Premium-Relaxation-Sitze“ (wo verfügbar) gestatten entspanntes Lümmeln bei (bald) Spotify-, Apple-TV- oder Sonstwas-Unterhaltung via Panoramadisplay.

Und weil die Verhältnisse hinten oft Anlass für Kritik sind, gleich eine Probe aufs Exempel. Sieh da, man bekommt die Oberschenkel auf die Sitzbank, selten bei diesen Unterflurbatteriekonzepten. Man kriegt sogar die Zehen gut unter den Vordersitz. Mittelarmauflage: vorhanden, also runterklappen. Haltegriffe: drei an der Zahl.

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