Mit dem EX90 fährt Volvo ein wuchtiges Geschütz im E-SUV-Segment auf. Wie gut gefällt das Top-Modell aus Schweden? COMPUTER BILD ist den Luxus-Stromer gefahren.
Hamburg–Berlin, rund 300 Kilometer Autobahn – eigentlich eine Strecke, auf der man einen Elektro-SUV ordentlich fordern könnte. Beim Volvo EX90 passiert etwas völlig anderes: Man wird automatisch zum entspannten Cruiser. Denn dieses Auto macht das langsame, ruhige Reisen so angenehm, dass 120 km/h plötzlich völlig reichen. Warum, erklärt COMPUTER BILD.
Kofferraum (fast) mit Echo
Schon vor dem Fahren gibt es den ersten Oha-Moment: Der Kofferraum ist so groß, dass Reise- und Notebooktasche wie in einem schwarzen Loch zu verschwinden scheinen. Kein Wunder: fast 700 Liter (!) Fassungsvermögen sind eine echte Ansage. Selbst, wenn man die zwei Sitze der eingebauten dritten Reihe hochklappt (der EX90 wird dann zum Siebensitzer), gehen immer noch rund 324 Liter rein. Das wirkt sich auch auf die Fahrzeugmaße aus: Mit rund 5 Metern Länge gerät in der City die Parkplatzsuche mit dem EX90 eher schwierig.
In der Ruhe liegt die Kraft
Aber nun erstmal ab nach Berlin. Der EX90 gleitet auf die Autobahn, und schon nach den ersten Kilometern stellt sich dieses besondere Gefühl ein: Hier muss nichts hektisch sein. Der Elektroantrieb arbeitet nahezu lautlos, das Fahrwerk steckt Unebenheiten souverän weg und die Sitze sind ausgesprochen bequem. Selbst nach längerer Zeit fühlt sich der Körper noch entspannt an. Auf der A24 Richtung Hauptstadt bleibt die Tachonadel deshalb konsequent und dank adaptivem Tempomat bei maximal 120 km/h. Nicht aus Angst vor dem Stromverbrauch und auch nicht, weil der Volvo es nicht könnte. Man will schlicht nicht schneller fahren. Der EX90 vermittelt eine Ruhe, die auf einer langen Autobahnfahrt fast schon süchtig macht. Dazu kommt die sehr aufgeräumte Bedienung. Volvo verzichtet auf eine Schalter-Armada: In der Mittelkonsole sitzt im Wesentlichen nur ein Drehknopf für die Lautstärke. Der Rest wird über den zentralen Touchscreen gesteuert – und das funktioniert im Test fast immer einwandfrei.
Google Maps denkt ans Laden
Auch bei der Navigation zeigt der EX90, was ein modernes Elektroauto können sollte. Das Google-basierte Infotainment bringt Google Maps direkt ins Fahrzeug und berücksichtigt bei der Routenplanung den Ladezustand. Notwendige Ladestopps werden sinnvoll eingeplant, sodass man nicht ständig selbst überschlagen muss, wie weit die Batterie noch reicht. Besonders praktisch: Vor einem Schnellladestopp kann der Volvo die Batterie vorkonditionieren.
Schnell laden, wir wollen weiter
Da wir mit nur 30 Prozent im Akku in Hamburg gestartet sind, steuern wir in Brandenburg einen EnBW-Lader an. Als die Ladesäule erreicht ist, geht es richtig schnell. Dank 800-Volt-Ladetechnik kann der EX90 mit hoher Leistung Energie nachladen. Der Zwischenstopp reicht gerade einmal, um sich ein bisschen die Beine zu vertreten. Viel Zeit bleibt nicht – der Volvo ist erstaunlich schnell wieder bereit für die nächste Etappe.
Wohnzimmer mit Konzertanlage
Und weiter geht’s – mit musikalischer Untermalung: Das Bowers-&-Wilkins-Soundsystem gehört zu den Dingen, die man auf einer langen Strecke schnell zu schätzen lernt. Der Klang ist klar, kräftig und angenehm räumlich. Weil der EX90 selbst bei Autobahntempo erstaunlich leise bleibt, kann sich die Anlage richtig entfalten. Aus dem großen SUV wird damit beinahe ein rollendes Wohnzimmer.
weiterlesen auf https://www.computerbild.de/artikel/Tests-Connected-Car-Volvo-EX90-Fuer-dieses-Auto-spiele-ich-wieder-Lotto-41150427.html







