Um besser zu verstehen, was passiert, wenn ein Fahrzeug einem Hindernis nicht ausweichen kann, hat das Schwedische Nationale Straßen- und Verkehrsforschungsinstitut (VTI) einen Elch-Crash-Test-Dummy entwickelt. Angesichts des legendären Erbes von Volvo im Bereich der Fahrzeugsicherheit sollte es niemanden überraschen, dass das Unternehmen eines dieser Exemplare besitzt. Und er ist nach wie vor im aktiven Einsatz.
Volvo simuliert realistische Elch-Kollisionen
Thomas Broberg, leitender Sicherheitsexperte bei Volvo, sprach über den hauseigenen Volvo-Sicherheitsstandard, der weit über das hinausgeht, was irgendein Automobilhersteller gesetzlich erfüllen muss, und Kollisionen mit Tieren als eine reale Gefahr des Verkehrsalltags einbezieht.
„Es begann in den 1980er-Jahren, ich glaube mit Nils Bohlin und dem damaligen Team. Da sie sich meistens auf Landstraßen aufhalten, sind diese Tiere in der Dämmerung und im Morgengrauen unterwegs“, erklärte Broberg. „Sie sind von Natur aus getarnt und daher extrem schwer zu erkennen. Und meistens ist man zu diesen Zeiten auch noch mit höherer Geschwindigkeit unterwegs. Das gesamte Gewicht dieser Tiere kann irgendwo zwischen 300 Kilogramm und 800 Kilogramm liegen.“ Das entspricht in etwa 660 bis 1.760 Pfund.
Zudem war Saab der einzige andere Automobilhersteller, der Elchunfällen besondere Aufmerksamkeit widmete. Da Saab mittlerweile nicht mehr existiert, könnte das Exemplar von Volvo der weltweit einzige verbliebene Dummy dieser Art sein, der noch aktiv genutzt wird.
Vergleichbare Herausforderungen weltweit
Das Problem bei ähnlichen Wildunfällen – wie beispielsweise Kollisionen mit Kängurus in Australien – liegt häufig darin, dass die meisten schweren Unfälle durch abrupte Ausweichmanöver entstehen, was wiederum direkt zum klassischen Elchtest führt. Glücklicherweise für die Autofahrer – wenn auch nicht für die Tiere – sind reine Zusammenstöße in erster Linie für die Tiere selbst gefährlich, sofern die Masse nicht die Windschutzscheibe durchschlägt.
CarBuzz-Einschätzung: Warum das wirklich zählt
Wir kritisieren Automobilhersteller oft hart für Einsparungen und Sparmaßnahmen an ihren Fahrzeugen, aber wir sollten uns daran erinnern, dass viele Hersteller bei Sicherheitsaspekten weit über die gesetzlichen Mindestvorschriften hinausgehen. Volvo ist in dieser Hinsicht ein herausragender Name, wenn auch nicht der einzige.
Hinzu kommen moderne Erkennungssysteme für Großtiere und das präzise Zusammenspiel mit den Fahrerassistenzsystemen. Keines dieser Systeme wirkt auf den ersten Blick so aufregend wie der neueste, stärkste Antriebsstrang. Doch in dem Moment, in dem wir sie wirklich brauchen, sind sie unendlich viel wichtiger.
