Vor 50 Jahren (am 15. Juli 1976) wurde das Anschnallen in Österreich zur Pflicht. Zu diesem Jubiläum erinnern Volvo Car Austria und die ÖAMTC Fahrtechnik an die Entwicklung und Einführung des Dreipunkt-Sicherheitsgurtes. Denn das Risiko, bei einem Unfall schwere oder tödliche Verletzungen zu erleiden, ist unangeschnallt mehr als dreimal so hoch wie mit angelegtem Sicherheitsgurt. 1
Kaum eine Maßnahme hat die Verkehrssicherheit in den vergangenen Jahrzehnten so nachhaltig geprägt wie die Gurtpflicht. Dass ihre Bedeutung auch 50 Jahre nach Einführung ungebrochen ist, zeigen aktuelle Zahlen: Etwa 30 Prozent aller tödlich verunglückten Pkw-Insassinnen und -Insassen in Österreich waren in den vergangenen zehn Jahren nicht angeschnallt. 2
Sicherheit für alle
Es war 1959, als Volvo Ingenieur Nils Bohlin den Dreipunkt-Sicherheitsgurt entwickelte, und damit eine der folgenreichsten Innovationen der Automobilgeschichte schuf. Bohlin, der zuvor beim Flugzeughersteller SAAB mitverantwortlich für die Schleudersitztechnik in Überschallflugzeugen war, wurde von Volvo abgeworben und als erster Sicherheitsingenieur engagiert. Statt das Patent des Dreipunkt-Sicherheitsgurts exklusiv zu nutzen, stellte Volvo die Technologie allen Fahrzeugherstellern kostenlos zur Verfügung. Der Gedanke dahinter: Sicherheit darf kein Wettbewerbsvorteil sein. Diese Entscheidung gilt bis heute als wegweisendes Beispiel dafür, wie technologische Innovation zum gesellschaftlichen Gut werden kann.
„Was 1959 mit einem offengelegten Patent begann, ist heute ein wesentlicher Teil unserer Unternehmensphilosophie. Aus diesem Grund haben wir 2019 die E.V.A. Initiative (Equal Vehicles for All) ins Leben gerufen und Jahrzehnte an Unfallforschung und Sicherheitsdaten öffentlich verfügbar gemacht. Wir sind der Meinung, Sicherheitswissen gehört allen. Es sollten möglichst viele Menschen davon profitieren und ungeachtet von Geschlecht, Größe oder Sitzposition den besten Schutz bekommen“, sagt Magdalena Ebmer, Head of Austria & Commercial Director von Volvo Car Austria.
Der Sicherheitsgurt ist unerlässlich
Auch der physikalische Kontext verdeutlicht die Dimension: Bereits ein Aufprall mit 30 km/h ohne Gurt entspricht den Kräften eines Sturzes aus vier Metern Höhe. Airbags, Fahrerassistenzsysteme und alle weiteren Schutzsysteme können ihre volle Wirkung nur entfalten, wenn der Gurt angelegt ist. 3
„Wir sehen in der Praxis häufig Sitz- und Lenkradhaltungen, die das optimale Zusammenspiel von Gurt und Airbags verhindern und damit das Sicherheitspotential für die Insass:innen schmälern. Die richtige Gurtführung, Sitzposition und Lenkradhaltung zu vermitteln und mit unseren Teilnehmer:innen im Fahrzeug einzustellen ist daher ein wesentlicher Bestandteil jedes Fahrtechnik-Trainings“, erklärt Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik.
Häufig unterschätzt wird die Wichtigkeit des Sicherheitsgurtes auch auf dem Beifahrersitz und der Rückbank, warnt Frisch: „Eine sehr flache Sitzposition mit hochgelagerten Füßen führt bei einer Notbremsung zu einem ‚Durchtauchen‘ unter dem Gurt. Ungesicherte Personen auf der Rückbank entwickeln bei einem Unfall das Vielfache ihres Körpergewichts und gefährden damit sich selbst und die vorne Sitzenden.“
Der nächste Schritt: Der multiadaptive Sicherheitsgurt
Aufbauend auf seiner Forschungstradition präsentierte Volvo mit dem multiadaptiven Sicherheitsgurt kürzlich die konsequente Weiterentwicklung einer 67 Jahre alten Erfindung. Was von außen wie ein gewöhnlicher Gurt aussieht, ist in Wirklichkeit ein intelligentes System: Der multiadaptive Sicherheitsgurt nutzt Daten von Innen- und Außensensoren, um in Echtzeit auf die jeweilige Unfallsituation zu reagieren und debütiert dieses Jahr im neuen Volvo EX60. Statt weniger fixer Einstellungen verfügt das System über elf individuelle Profile, die Faktoren wie Körpergröße, Gewicht und Unfallschwere berücksichtigen.
Auch diese Technologie entwickelt Volvo mit dem Anspruch, sie perspektivisch der gesamten Branche zugänglich zu machen.
Der Volvo EX60 ist in Österreich bereits bestellbar, Kunden-Auslieferungen starten im September 2026.
Die richtige Fahrer-Sitzposition erklärt ÖAMTC-Fahrtechnik Instruktor Friedrich Schuckert in folgendem Video anschaulich:

