Polestar 3 und der größere Auftritt

Drei Modelle sind aktuell vom schwedischen Volvo-Ableger Polestar erhältlich: Polestar 2, 3 und 4. Wir knöpfen uns hier das mittlere Modell vor, den Polestar 3, der von der Größe her nicht unbedingt das mittlere ist, sondern das Schwergewicht der Reihe, nämlich der große SUV der rein elektrischen Marke. (Der 2er ist eine Mittelklasselimousine, der 4er ein SUV-Coupé.) Vom 3er gibt es drei Varianten: Long Range Dual Motor mit Performance Paket, Long Range Dual Motor und Long Range Single Motor.

Ausreichend Performance

Wir fuhren den LRDM ohne Performance-Paket. Performance ist dennoch reichlich vorhanden. 490 PS sind in dieser Variante verfügbar, das macht aus dem SUV, der als gemütliches Familienfahrzeug mit fünf Sitzen auftritt (sieben sind dem auf derselben E-Plattform basierenden Volvo EX90 vorbehalten), fast schon einen Sportwagen.

Mit Performance-Paket wären es 517 PS, ein kaum merkbarer Unterschied, auf dem Papier sind es aber immerhin drei Zehntelsekunden im Sprint von null auf 100 km/h. Unser etwas gemütlicherer Polestar LRDM schafft die Beschleunigung immerhin in fünf Sekunden, und das ist doch recht beachtlich, weil gut zweieinhalb Tonnen Gewicht nach vorn zu wuchten sind.

Eine der ersten Fragen bei einem Elektrofahrzeug ist aber nicht die nach der Leistung, sondern die nach der Reichweite. Und das ist eine durchaus diffizile, um nicht zu sagen, heikle Angelegenheit. Wir testeten den Polestar bei durchaus kalten Temperaturen und nahezu winterlichen Bedingungen. Auf dem Papier, das Polestar ausgibt, steht eine Reichweite von bis zu 632 Kilometern. Auf dem Bordcomputer stehen 440 Kilometer, solange wir uns urban bewegen.

Als wir uns aus der Stadt bewegten und auf die Autobahn mit einer Geschwindigkeit zwischen 100 und 130 km/h, je nach Geschwindigkeitslimit, begaben, sank die Reichweite auf 330. Ein paar Kilometer mehr lassen sich mit einer Einstellung herausholen, mit der die Reichweite optimiert wird, also Leistung und Klimaanlage runtergefahren werden. Ganz ausprobieren will und kann man das Ausreizen der wirklichen Reichweite ja nicht, man mag nirgends liegen bleiben, und so nah und verfügbar sind die Ladestationen meist auch nicht.

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