Neuer Kia EV9: Erste Testfahrt

Kia beweist Mut: Der kolossale EV9 wagt ab dem Herbst 2023 den Aufstieg in die batterieelektrische Oberklasse – allerdings auch beim Preis. Bei der ersten Testfahrt fühlt die AUTO ZEITUNG dem EQS SUV-Herausforderer auf den Zahn.

Wenn Kia im Herbst 2023 seine Modellpalette mit dem elektrischen Koloss EV9 krönt, sieht der zwar zuallererst mal nach SUV aus und wird im Rest der Welt deshalb wohl meist mit Autos wie dem Mercedes EQS SUV oder dem neuen Volvo EX90 konkurrieren. Doch bei uns zählt mehr als überall sonst auch der VW ID.Buzz zum Beuteschema. Denn während ein Geländewagen von fünf Metern selbst mit Elektroantrieb vielen suspekt ist, sind Großraumlimousinen unabhängig von der Größe sozial akzeptiert – und außerdem ist das Angebot für die Generation E da bislang arg bescheiden. Aufnehmen kann es der neue Kia EV9 (2023) – so viel nehmen wir der ersten Testfahrt schon einmal vorweg – jedenfalls mühelos mit beiden Gattungen. Schließlich hat er nicht nur das robuste und dennoch moderne Design eines großen Geländewagens sowie dessen Souveränität und Präsenz.

Der neue Kia EV9 (2023) hat das Platzangebot und vor allem die Variabilität eines Vans. Kein Wunder, stehen die Achsen doch 3,10 Meter weit auseinander. So reicht der Platz im luftigen und nachhaltig ausgeschlagenen Innenraum serienmäßig für drei Sitzreihen. Während Kia ganz hinten nur zwei Klappsessel montiert, auf denen es etwas enger zugeht, baut die Marke in der Mitte als Alternative zur Dreierbank Loungesessel mit ausklappbarer Beinauflage ein oder die automobile Entsprechung zum Drehstuhl. Den kann man für den bequemen Zustieg und das leichte Anschnallen des Nachwuchses um 90 Grad zur Tür schwenken oder für den gemütlichen Plausch mit Personen in der dritten Reihe sogar gegen die Fahrtrichtung kehren.

Hier gibt es auf den Außenplätzen eine Sitzklimatisierung und jede Menge Steckdosen. Weil die koreanische E-Architektur den Strom nicht nur verbrauchen, sondern auch abgeben kann, lädt der neue Kia EV9 (2023) mit der Außenbuchse zum Beispiel ein E-Bike, bestromt den Kompressor oder powert den Kühlschrank für die Strandparty danach. Und weil der Koreaner ein derart großes Auto ist, muss dafür niemand die Ausrüstung weit schleppen: Selbst bei voller Bestuhlung bleiben deutlich mehr als 300 Liter Kofferraum. Wird die dritte Reihe nicht benötigt, sind es 828 Liter bis zur Fensterunterkante. Für das maximale Frachtvolumen nennt Kia noch keinen Wert.

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Der Innenraum bietet schon jetzt so viele Aha-Erlebnisse, dabei haben wir noch nicht über das schlaue Digitalcockpit gesprochen oder über die vielen Assistenten, so selbstverständlich arbeitet der Antrieb. Die Basisversion bietet zwar nur einen Heckmotor mit eher mageren 150 kW (204 PS), schafft aber bis zu 185 km/h. Als Allradler kommt der neue Kia EV9 (2023) auf ungleich kräftigere 385 PS (283 kW). Mit bis zu 700 Netwonmeter gelingt der Spurt von 0 auf 100 in 5,3 Sekunden, und erst bei 200 Sachen zieht die Elektronik den Stecker. Wie jedes Elektroauto ist der EV9 flotter, als man es ihm zutraut, flüsterleise und kann auf Wunsch auch mit einem Pedal beschleunigen und die Bremswirkung der vierstufigen Rekuperation steuern. Anders als viele Konkurrenten fühlt sich der Kia bei der ersten Testfahrt direkt und gut dosierbar an. Und dafür, dass es weder adaptive Dämpfer noch eine Hinterachslenkung gibt, bügelt der Koreaner überraschend souverän, feinfühlig und handlich über den Asphalt.

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