Mazda MX-5: So viel Spaß können 184 PS machen

Braucht es 300 PS für sportliches Fahrvergnügen? Dass es mit weniger geht, beweist der Mazda MX-5.

Man sollte mehr auf Journalisten hören. Würden sich die politisch Verantwortlichen beispielsweise daran halten, was Josef Urschitz in seinen Kolumnen in dieser Zeitung regelmäßig kritisiert und empfiehlt, Österreich stünde wirtschaftlich besser da.

Mazda hat sich an die Empfehlungen eines Journalisten gehalten und am Ende kam vielleicht nicht das meistverkaufte Auto des Konzerns heraus, aber auf jeden Fall eines, für das man Mazda liebt und achtet: der MX-5. 1976 plauderte Bob Hall, damals Mitarbeiter des US-Automagazins “Motor Trend“, mit den Entwicklungschefs von Mazda und meinte, es fehle ein Auto im Stil eines britischen Roadsters – leicht und günstig. Er legte damit den Grundstein für den MX-5, der 13 Jahre später, 1989, in Chicago präsentiert wurde und an dem wir uns 34 Jahre später noch immer erfreuen.

Man muss dazu einleitend etwas erklären, gerade in Zeiten, in denen Autos immer größer und länger und schwerer werden und bei den Karten im Autoquartett nur die PS-Zahl sticht. Dass ein Auto mit weniger als 300 PS Spaß machen und man es sportlich fahren kann, wollen ja heutzutage viele Youngster, die sich für Autos interessieren, nicht glauben. Den Mazda MX-5 gibt es zum Einstieg mit 132 PS – weniger, als mancher Elektromotor eines Plug-in-Hybridautos (PHEV) leistet. Aber dieses PHEV wiegt dann in vielen Fällen deutlich mehr als zwei Tonnen. Und damit sind wir bei der Eigenschaft, die viele bei einem sportlichen Auto am meisten unterschätzen: dem Gewicht. Man braucht nicht viel PS, um ein sportliches Fahrgefühl zu erleben, wenn das Auto im Gegenzug wenig wiegt. Der Ur-911er, der Porsche aus dem Anfang der 1960er-Jahre – jenes Modell also, das seit seinem Auftritt in „Top Gun Maverick“ preislich durch die Decke geht – hatte in seiner Topausstattung lediglich 130 PS bei einem Gewicht von knapp einer Tonne. Der erste Golf GTI wog 1976 gerade einmal 810 Kilogramm, deshalb genügten 110 PS, um ihn zum Sportwagen des Volkes zu machen. Der aktuelle GTI braucht dafür 245 PS.

Mazda hat sich bei seinem Roadster lobenswerterweise dem Trend hin zu Gewichts- und Größenzunahme verweigert, den es seit Jahren bei fast jeder neuen Modellgeneration jedes Herstellers gibt. Der aktuelle MX-5 wurde mit der jüngsten Generation sogar einen Hauch leichter. Deshalb fühlt er sich bei um die 1100 Kilogramm auch mit 132 PS nicht untermotorisiert an.

In unserem Test hatten wir mit der stärkeren Variante natürlich noch mehr Spaß, wobei wir hier auch nur von 184 PS aus einem Zweiliter-Ottomotor sprechen. Aber es gibt zweifellos kein anderes Auto, das einen ähnlichen PS-Spaßfaktor aufweist. Vielleicht noch die Alpine A110 mit ihren 252 PS, für die man aber schon mehr als doppelt so viel bezahlt wie für den Mazda MX-5 (ab brutto 31.590 Euro).

184 PS auf der Hinterachse kombiniert mit einer Handschaltung und einer direkten Lenkung sind die fahrdynamisch relevanten und begeisternden Faktoren bei diesem Auto. Wir fuhren den MX-5 nicht als Roadster, sondern mit Blechfaltdach als RF (Retractable Fastback). Ja, das bringt zwar etwas mehr Gewicht auf die Waage (ungefähr 40 Kilogramm), die gleicht man aber dadurch mehr als aus, dass man allein fährt.

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