MAZDA MX-5 RF 2.0 KINENBI IM TEST

Der japanische Roadster schaut mal wieder vorbei, diesmal als fesch ausstaffiertes Sondermodell Kinenbi. Test.

Ob zur Mikro-Modellpflege oder als Sondermodell: Im Grunde ist uns jeder Anlass recht, wieder einmal einen MX-5 in der Redaktion begrüßen zu dürfen. Der japanische Roadster hat sich in seiner mehr als 30-jährigen Geschichte einen Status als Fahrspaß-Urmeter erarbeitet, den wir immer wieder gerne abgleichen und bestätigen. Was aber nicht heißt, dass nicht auch die jüngste Inkarnation der Roadster-Referenz noch Potenzial für Verbesserungen bietet. Aber der Reihe nach.

Diesmal zu Besuch: die elegante Klappdach-Variante RF mit 184 PS als Sondermodell Kinenbi. Auf der Basis der höheren Ausstattung Selection hat es das Assistenzpaket mit größerem Infodisplay sowie diverse Fahrhilfen wie City-Notbremsassistent und Rückfahrkamera an Bord. Optisch setzt es sich mit einem in Schwarz gehaltenen Dachmittelteil (Roadster: blaues Verdeck) und Nappaleder-Sitzen in Terrakotta von den anderen Varianten ab. Kein schlechter Deal für gerade mal 180 Euro Aufpreis gegenüber Selection.

Bremsen statt wanken

Doch die vielleicht spannendste Neuerung des Modelljahres 2022 verbirgt sich hinter der Bezeichnung „Kinematic Posture Control“ (KPC). Dahinter verbirgt sich eine serienmäßige dynamische Wankstabilisierung, welche mittels kurzen Bremseingriffs am kurveninneren Hinterrad die Seitenneigung einschränkt. Bremseingriff? Ja, denn der führt in flott durchfahrenen Kurven dazu, dass das Auto am entsprechenden Rad leicht einfedert. Ein cleverer Trick, der das Wanken begrenzt, ohne das Fahrwerk für den Alltag unnötig straff abstimmen zu müssen. Beginnend mit dem CX-60 sollen künftig auch andere Mazda-Modelle von KPC profitieren.

Der derart verfeinerte MX-5 überzeugt aber weiterhin mit einem unmittelbaren und vor allem unverfälschten Fahrerlebnis, das so kaum noch ein anderes Modell bietet. Dies beginnt bereits im Cockpit, das konsequent auf die Fahraufgabe und Personen bis 1,80 Meter Körpergröße zugeschnitten ist, nicht auf Nebensächlichkeiten wie Infotainment-Bedienung oder Ablagen. Kurzwegige Schaltung, direkte Lenkung und der spontan ansprechende Zweiliter-Sauger (Testverbrauch: 7,1 l/100 km) reagieren unmittelbar auf jedes Kommando; das Fahrwerk ermöglicht ein Höchstmaß an Kurvenfreude und gleichzeitig ein Mindestmaß an rückenfreundlichem Restkomfort. Die vielleicht beste Nachricht: All das gilt nicht nur für das schicke RF-Sondermodell, sondern auch für die günstigere Roadster-Basis mit Stoffverdeck (ab 132 PS, 31.290 Euro).

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