Fahrbericht Mazda CX-60 e-Skyactiv Phev Homura

Spät kommt er, aber gewaltig. Wirklich? Der Mazda CX-60 ist das erste Plug-in-Modell der Japaner. Und der SUV will in einer Liga mit den Premium-Anbietern spielen. FOCUS klärt, ob er das schafft.

Fangen wir einmal hinten an. Sie müssen tanken. Beim Mazda CX-60 ist der Tank links angeordnet, rechts wird geladen. Wer nun aber neben dem Lenkrad die Tankklappe per Tastendruck öffnen will, muss manchmal Geduld mitbringen. Das ist dem Fahrer auch passiert. Die Klappe öffnete sich erst nach einigen Sekunden, weil Mazda eine Kraftstoffdampf-Rückhaltesystem an Bord hat, wie dieser Youtuber beschreibt. Damit soll vermieden werden, dass Kraftstoffdämpfe in die Umwelt entweichen. Das spart zudem Benzin. Wenngleich dieser Effekt im Sommer wesentlich stärker ist, hat es auch im kalendarischen Winter ein paar Sekunden gedauert, bis getankt werden konnte.

Auf der rechten Seite ist – wie erwähnt – die Batterie des CX-60. Knapp 18 kWh ist sie groß und soll in etwas mehr als zwei Stunden geladen sein, um dann bis zu 63 km elektrischen Vortrieb zu gewährleisten. Die Realität sah beim Testwagen etwas anders aus. 40 bis 45 km waren machbar, was natürlich auch an den Außentemperaturen lag, aber die Ladezeit wurde auch mit 4,5 bis 5,3 Stunden angegeben, obwohl die Ladestation bis zu 11 kWh an Strom einspeisen konnte. Das ist ungewöhnlich und liegt entweder daran, dass die Ladestation mit dem Fahrzeug nicht zurechtkam (bei anderen Plug-ins lag die Ladezeit im normalen Rahmen) oder die Batterie beim CX-60 nicht einwandfrei funktionierte.

Fährt sich entspannt

Wenn der Mazda aber einmal rollt, ist er ein sehr angenehmes Fortbewegungsmittel. Mit einer Systemleistung von 324 PS, die sich aus einer Kombination von 191 PS eines Vierzylinder-Benziners mit 2,5 Litern Hubraum und eines Elektromotors von 175 PS ergibt. Hinweis: Die Systemleistung ist nicht eins zu eins die Addition von Benziner und E-Motor, sondern etwas geringer.

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt abgeregelt 200 km/h, rein elektrisch kommt der Japaner 140 km/h schnell vorwärts. Von 0 auf 100 braucht der CX60 nur 5,8 Sekunden, das heißt, es geht auch schnell, wenn man es eilig hat. Aber die ganze Erscheinung des 4,75 Meter langen SUV ist eher auf entschleunigtes und komfortables Gleiten ausgerichtet, es geht nicht um die Hatz. Kleine Anmerkung am Rande: Am Ende des Testzeitraums machte der Mazda leichte Schleifgeräusche, als sich der Wagen drehzahltechnisch im Charge-Bereich bewegte. Laut Mazda hatte sich offenbar ein Fremdkörper in der Bremsanlage verfangen, demnach nur eine Kleinigkeit, die schnell behoben wurde.

Was kostet der Spaß?

Der Testwagenpreis des Mazda CX-60 e-Skyactiv Phev Homura beginnt bei 54.750 Euro. Das Basismodell beginnt als Plug-in-Version bei 47.390 Euro (Stand: 28.12.2022), für die Top-Ausstattung Takumi werden 56.250 Euro aufgerufen. Allen gemein ist die Neuwagengarantie von sechs Jahren (maximal 150.000 Kilometer), an der sich deutsche Hersteller gerne orientieren dürfen.

Bei „Homura“ ist im Vergleich zu den günstigeren Varianten die schwarze Lederausstattung Serie, Sitzheizung vorne und hinten außen sind ebenfalls inklusive. Ebenso die Sitzklimatisierung und die elektrische Lenkradverstellung. Dazu kommt der Kühlergrill mit dem Wabenmuster Piano Schwarz, die mit den schwarzen Felgen einen schönen Kontrast zur Farbe (Sonderlackierung Rhodium White für 950 Euro extra) bietet. Inklusive der Sonderausstattung (Driver-Assistance-Paket, Convenience & Sound-Paket und Panorama-Glasschiebedach) ergibt sich ein Gesamtpreis von 61.400 Euro.

Welche Kunden will Mazda ansprechen?

Der CX-60 ist der große Bruder des CX-5, weil 17 cm länger, und der erste Plug-in-Hybrid der japanischen Automarke. Mit seinen erwähnten 4,75 Metern, 1,89 Meter Breite und 1,86 Meter Höhe schielt er zwar in Richtung Premium, aber eigentlich ist er ein Vertreter der Mittelklasse und nicht der oberen Mittelklasse. Zum Vergleich: Ein BMW X3 ist fünf Zentimeter kürzer, ein X5 17 cm länger.

Dennoch ist das Ziel, sich nach oben zu strecken und die Premium-Anbieter anzugreifen. Damit lässt sich mehr Geld verdienen, wie alle Hersteller im Jahr 2022 gezeigt haben. Aufgrund der Lieferengpässe wurden die höherklassigen und margenstärkeren Fahrzeuge produziert, Einstiegsmodelle landeten unter fernen liefen.

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