Der Schock über Jaguars Neustart sitzt bei vielen noch tief. Dennoch hält die Marke unbeirrt an Positionierung und Produktstrategie fest, obwohl man dem Zeitplan hinterherhinkt. Eine erste Fahrt im Prototyp zeigt aber: Der Luxus-GT ist mehr als nur ein mutiger Neustart.
Nach dem woken Rebranding, dem pinkfarbenen Prototyp und dem historischen Absturz der Verkaufszahlen stand Jaguar zuletzt sinnbildlich für eine Traditionsmarke im freien Fall. Ein Jahr nach dem grossen Aufschlag in Miami (USA) versucht der britische Autobauer nun, das Narrativ zu drehen. Noch ist vom versprochenen Neustart freilich wenig zu sehen. Doch hinter verschlossenen Türen nimmt die neue Raubkatze langsam Gestalt an.
Allerdings ist Geduld gefragt: Zeitlich ist man in Verzug. Bis im Herbst 2026 bleibt Jaguars erstes neues Modell weiterhin unter Verschluss. Die ersten Kunden sollen gar erst 2027 Platz beliefert werden. Dann allerdings mit einem Elektro-GT, der nicht weniger will, als alles bisher Dagewesene auf den Kopf zu stellen. Projektmanager Rawdon Glower: «Wir setzen weiterhin uneingeschränkt auf eine rein elektrische Zukunft und befinden uns mit dem neuen, rein elektrischen Jaguar GT in der finalen Entwicklungsphase.»
Imposant trotz Tarnkleid
Wir machen einen Ausflug nach Gaydon (GB) in die streng gesicherte Entwicklungsabteilung von Jaguar Land Rover: Selbst unter der schwarz-weissen Tarnfolie wirkt der optische Auftritt des Viertürers mächtig. Die Front mit schmalen LED-Schlitzen flösst mehr Respekt ein als der düstere Himmel, und auch das Heck mit seinen markant herausgearbeiteten Radhäusern hinterlässt Eindruck. In den Radkästen drehen sich wuchtige 23-Zoll-Räder auf stark beanspruchten Prototypenfelgen. 23 Zoll – serienmässig und nicht nur optional, wie Glower betont.



