Nach einer 25-jährigen Pause bringt Honda das Sportcoupé zurück – und macht damit alles richtig. Auf grosse Stückzahlen wird das Modell hierzulande dennoch nicht kommen.
Man soll ja nicht alles glauben, was man hört. Als uns vor einem Jahr Tomoyuki Yamagami an einem lauen Abend in Tokio mit gedämpfter Stimme vom grandiosen Fahrverhalten des neuen Honda Prelude vorschwärmte, wollten wir ihm das gerne glauben – schliesslich ist Yamagami-san der Chefentwickler dieser spannenden Neuauflage und durfte damals den Prototyp bereits ausgiebig über den Racetrack jagen. Dennoch ist seither die Skepsis geblieben, denn: Der neue Prelude, das grosse Comeback des legendären Sportcoupés, wird in seiner sechsten Generation von Hondas Hybridantrieb e-HEV angetrieben. Und der ist nur schwer mit sportlicher Fahrdynamik in Verbindung zu bringen.
Szenenwechsel. Ein Jahr später schwärmt uns wieder ein Japaner von der Fahrdynamik des neuen Prelude vor. Dieses Mal ist es Ko Yamamoto, seines Zeichens technischer Referent von Honda Europe und gestandener Nordschleife-Kenner. Es stimme schon, sagt er in perfektem Oxford-Englisch, die Leistung von 135 kW/184 PS sehe auf dem Papier nicht gerade vielversprechend aus. Entscheidender sei aber die Drehmomentkurve – und bevor wir uns nun in die Tiefen des Technikreferats von Yamamoto-san begeben, setzen wir uns lieber hinter das Steuer des neuen Sportcoupés und machen uns ein eigenes Bild.
Ein bemerkenswerter Entscheid von Honda
Honda hat lange Zeit vorwiegend vernünftige SUV und Kleinwagen mit langweiligem Hybridantrieb nach Europa gebracht – massgeschneidert auf die strengen CO2-Richtlinien, aber alles andere als emotional. Löbliche Ausnahme ist der Civic Type R, der 2023 den Rekord für frontgetriebene Serienfahrzeuge auf der Nürburgring-Nordschleife aufgestellt hat.
Umso grösser war die Überraschung, als Honda das Comeback des Prelude verkündete, inklusive der Nachricht, dass das Modell auch in Europa angeboten werden würde. Nach einem Unterbruch von 25 Jahren ist das ein gewagtes Unterfangen, zumal sich der Markt für Sportcoupés in Europa nicht gerade positiv entwickelt hat seither.




